Ochsenhausen 2019/20: Ohne Druck erfolgreich sein

Nach der grandiosen Saison 2018/19, die mit Pokalsieg und Meisterschaft endete, können die TTF Liebherr Ochsenhausen die neue Spielzeit recht gelassen angehen. Deswegen wird man allerdings nicht die Ziele aus den Augen verlieren, die eine Mannschaft dieser Qualität automatisch haben muss.

Man stellt sich der Rolle des Gejagten und möchte sich weitere Erfolge erarbeiten

Auch der Umstand, dass man nun endgültig vom Jäger zum Gejagten geworden ist – jeder Konkurrent wird nun alles versuchen, der besten Mannschaft der vergangenen Spielzeit ein Bein zu stellen und als TTF-Bezwinger Geschichte zu schreiben –, erzeugt keine Nervosität bei den Ochsenhäuser Assen. Hugo Calderano, Simon Gauzy, Stefan Fegerl und Jakub Dyjas sind „geerdet“. Sie haben sich über Jahre mit viel Können und Ehrgeiz sowie intensiver Trainingsarbeit zu Weltklassespielern entwickelt, wissen, dass Erfolge niemandem in den Schoß fallen, der nicht hart dafür arbeitet, und können den Triumph ihrer Mannschaft in der Saison 2018/19 gut einordnen.

Der 17-jährige Vladimir Sidorenko, der nun als nächster Student des Liebherr Masters College in das Team eingebaut wird, ist, so die feste Überzeugung der Trainer und Verantwortlichen, aus dem gleichen Holz geschnitzt. Jeder, der den TTF-Dress trägt, weiß, dass er auch weiterhin konzentriert an sich arbeiten muss, um vergleichbare Erfolge wiederholen zu können. Erst recht im Olympiajahr 2020, in dem allen auch als Individualspielern alles abverlangt werden wird.

Ganz wichtig ist es für den Verein, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Eine homogene Einheit inklusive Trainerteam und vermutlich die am besten eingespielte Truppe der Liga, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. In der die Mitspieler ohne viel Aufhebens die Kastanien aus dem Feuer holen, wenn einer einmal einen schlechten Tag erwischt hat. Man weiß, was man kann und wo man hergekommen ist, und wird die Bodenhaftung gewiss nicht verlieren. Man will, den zahlreichen „Jägern“ zum Trotz, als Titelverteidiger in beiden nationalen Wettbewerben locker und selbstbewusst an den Start gehen und möchte erneut die Saison genießen.

Die Messlatte nicht zu hoch legen: Moderat formulierte Saisonziele

Es gibt keinen Anlass, sich unnötig unter Druck zu setzen. Man könnte natürlich sagen, dass man beide Titel unbedingt verteidigen wolle, was ja bei der Qualität des Teams kein unrealistisches Ziel wäre. Doch weshalb sollte man die Messlatte ohne Not so hoch legen? Zudem weiß man aus eigener Erfahrung, was im Verlauf einer langen Saison alles passieren kann, von Formkrisen bis zu langwierigen Verletzungen. Bleiben die Oberschwaben davon verschont, sind sie erneut ein heißer Kandidat für die Spitzenränge – das ist allen bewusst.

Die Ziele bleiben indes gegenüber der Vorsaison unverändert. Die ersten Schritte sind das erneute Erreichen der Play-off-Runde um die Deutsche Meisterschaft und des attraktiven Liebherr Pokal-Finales in Neu-Ulm, wo man sich den Tischtennisfans, nicht nur aus der Region, hervorragend präsentieren kann. Steht man erst einmal in beiden Wettbewerben unter den besten Vier, ist natürlich nach oben alles möglich. Selbstredend wird man dann versuchen, erneut nach einem oder beiden Titeln zu greifen. Doch das wird sich alles entwickeln, zunächst einmal steht eine schwierige Saison an, die mit echten Herausforderungen beginnt, wie dem Bundesligaauftakt gegen den letztjährigen Finalgegner Saarbrücken (17.08.) oder dem Pokal-Achtelfinale beim neuen Derby-Gegner Neu-Ulm (22.09.).

Der volle Fokus liegt auf der Bundesliga und dem Pokal-Wettbewerb. Gerade in der Liga – man darf getrost von der stärksten TTBL der letzten Jahre sprechen – rückt die Spitze vermutlich noch enger zusammen. Düsseldorf mit Boll ist immer ein Kandidat für die Spitzenpositionen, zudem hat sich Vizemeister Saarbrücken weiter verstärkt. Die Klubs aus Bremen und Bad Königshofen haben sich ebenfalls hochkarätige Neuzugänge geangelt und wollen in den oberen Regionen ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Zudem ist mit dem TTC Neu-Ulm via Wildcard ein neuer und von Anfang an sehr ernst zu nehmender Lokalrivale hinzugekommen, der einen gut besetzten Kader ins Rennen schickt.

Zwei Wettbewerbe in der Olympia-Saison ausreichend

Auf die Champions League, auch hier könnte man im Normalfall bei der Qualität der Mannschaft auf einen der vorderen Plätze hoffen, verzichtet man auch in der Saison 2019/20. Diese Entscheidung basiert nicht zuletzt auf den hohen Belastungen der Spieler in der Olympia-Saison, denen man keinen übermächtigen Stress bereiten möchte. Zudem hat sich das Prinzip bewährt, lieber auf einen Wettbewerb zu verzichten und die übrigen beiden mit voller Konzentration und Manpower anzugehen, als um jeden Preis auf sämtlichen Hochzeiten zu tanzen. In der Saison 2020/21 werden die Karten dann neu gemischt, durchaus denkbar, dass man sich dann auch wieder auf internationaler Bühne präsentieren wird. Doch das ist Zukunftsmusik und längst noch nicht entschieden.

Eins ist gewiss: Es wird auch in der neuen Saison wieder viele hochklassige und spannende Partien geben, wenn die TTF in den Ring steigen. Gemeinsam mit den Fans – gespielt wird ein weiteres Jahr in Ehingen, wo man so vorzüglich aufgenommen wurde – kann man abermals Großes erreichen. Ein Selbstläufer wird es keinesfalls, auch wenn ein Happyend durchaus wieder möglich werden könnte. Es verspricht, richtig spannend zu werden.

Diesen und weitere interessante Artikel findet Ihr im neuen Saisonmagazin der TTF Liebherr Ochsenhausen, das Anfang August erscheinen wird und gratis über die Geschäftsstelle des Vereins bezogen werden kann. Mailkontakt: info@ttfo.de.

 

Webseite der TTF Liebherr Ochsenhausen

Text & Foto: Dr. Stephan Roscher

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